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Frage: Wozu sind Derivate eigentlich gut? Doch nicht, um sie älteren Herrschaften mit einem

Durchschnittsalter von 60 Jahren als sichere Anlage aufzuschwatzen, wie bei Optionsscheinen

der Pleite gegangenen Lehman Brothers Bank geschehen?! Bei der Citibank, die inzwischen

Targobank heisst, der Hamburger Stadtsparkasse und andere haben die Bank“berater“ wegen

außerordentlich guter Verkaufsprovisionen fleißig mitgemacht. Nun verbot der Bundesfinanz-

minister Leerverkäufe auf Zeit, fast alle anderen Länder nicht. Ich blicke nicht ganz durch, wer

blickt da eigentlich noch wirklich durch? Wenigstens der Finanzminister?


Antwort: ”Ich gedenke über ein Stück terra incognita der Volkswirtschaft zu schreiben; über jenen hochwichtigen Faktor, welcher - gleichzeitig verkannt und missachtet, gefürchtet und gehasst - der Volkswirtschaft förmlich wider Willen der Völker unermesslich große Dienste leistet; den zu erkennen die Nationalökonomie sich bis auf unsere Tage nur deshalb hartnäckig geweigert hat, um nicht Jahrhunderte alte Vorurteile - ich will diesen Vorurteilen Recht und Berechtigung nicht ganz absprechen - diesen chronischen Aussatz der Volksseele verleugnen zu müssen, der oft nur durch Jahrhunderte währende schmerzliche Operationen von einer Seite sich entfernen läßt, um an anderer Stelle in anderer Form zwar, aber mit ursprünglicher Zähigkeit wieder hervorzuwuchern, in dessen Geist die Wissenschaft noch nicht eingedrungen ist und dessen Früchte selbst die Staatsmänner bisher nur fluchend und schmähend eingesackt haben; den man auch heute noch mit Steuern strafen will, weil man ihn, wie alles, was das Leben unter schmerzlichen Wehen hervorbringt, nicht ganz vernichten kann; über die Börse und den ureigensten Teil ihrer Verkehrstechnik, dessen Schöpfung ihre verflossene und dessen Erhaltung ihre gegenwärtige und zukünftige Aufgabe, die Grundlage ihres Bestandes ist: über das Termingeschäft gedenke ich zu sprechen. Die Kämpfe der Vergangenheit  in dieser Frage haben sich beinahe ausschliesslich um und gegen das Effektengeschäft gedreht. Heute bildet besonders das Termingeschäft den Gegenstand von Diskussionen.”

Das waren die ersten Sätze der Einleitung (Seite 1), und dies ist der Schluss (Seite 189):

“Wir können auch von dem Termingeschäft, wie von vielen anderen wirtschaftlichen, politischen und sonstigen Institutionen sagen, dass es deshalb die heftigsten Angriffe aushalten müsse, weil die große Masse - und dem Einflusse der öffentlichen Meinung kann sich der einzelne nur schwer entziehen - früher urteilt, als denkt.”

Das Buch habe ich vor Jahrzehnten gelesen, nachdem ich es in einer Ecke der Fachbereichsbibliothek für Wirtschaftswissenschaften 1978 entdeckt hatte. Das Frappierende: obwohl das Buch von David Kohn aus dem Verlag Duncker & Humblot mit dem Titel “Der Getreidetermin-Handel” - Wesen, nationalökonomische Bedeutung, Einfluss auf das Getreidegeschäft -, übrigens sogar mit dem Vermerk auf dem Buchtitel “preisgekrönt von der königlichen ungarischen Akademie der Wissenschaften” in Leipzig im Jahre 1891 erschienen ist, klingt es brandaktuell, von nicht mehr ganz üblichen sprachlichen Formulierungen einmal abgesehen. Dabei liegen weit über 100 Jahre dazwischen und doch liest es sich, als wäre es frisch nach der letzten Finanzkrise geschrieben worden. Was lernen wir daraus? Wir lernen, dass es offensichtlich Politiker gibt, die nichts gelernt haben, bestenfalls wider besseren Wissens mit populistischen Maßnahmen der Bevölkerung Sand in die Augen streuen. Das Verbieten von Leerverkäufen ist eine Torheit ersten Ranges, denn zum einen sind Leerverkäufe vom Grundsatz her nicht für den Niedergang der Wirtschaft oder dem Fallen von Börsenkursen verantwortlich und zum anderen macht der Marktanteil dieser Aktivitäten nur einen geringen Bruchteil aus, der sich im unteren einstelligen Prozentbereich bewegt. Es erscheint also dieses Auftrumpfen bei Kenntnis der Sachlage in einem ganz anderem Lichte, nämlich dem einer wirkungslosen Maßnahme. Aber um die Leute zu verschaukeln und zu beruhigen reicht es ja hin gleichsam als Wurzel allen Übels Leerverkäufe auszumachen, die deshalb zumindest temporär verboten werden müssen. Eine Lachnummer. Lediglich die Übernahme öffentlicher Meinungsäußerungen im politischen Raum als Spekulationsansatz bringen im Termingeschäft auf Dauer kaum den gewünschten Erfolg, womit wir nach einem Rückblick von über einem Jahrhundert und der Verknüpfung mit zeitnäheren Ereignissen exakt beim Thema sind und damit eine interessante Einsicht gewinnen konnten.

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